Krebsvorsorge & Früherkennung

Krebsvorsorge

Ziel der Krebsvorsorgeuntersuchung ist es, möglichst früh bösartige Veränderungen des Zellgewebes festzustellen, um eine effektive Therapie bereits im Vorstadium einer möglichen Erkrankung durchführen zu können. Jede Frau ab dem 20. Lebensjahr kann einmal pro Jahr eine Krebsvorsorgeuntersuchung vornehmen lassen, die von den Kassen bezahlt wird. Ein Schwerpunkt der Vorsorgeuntersuchung bei Frauen ist die Diagnostik des Gebärmutterhalses sowie der Brust. Bei rechtzeitiger und regelmäßiger Untersuchung, können Erkrankungen bereits  im frühen Stadium häufig mit einer sehr hohen  Heilungschance behandelt werden.
 

Die Vorsorgeuntersuchung


Leistungen der gyn. Vorsorgeuntersuchung
•    Untersuchung der Schamlippen, Scheide und des Muttermundes
•    Zellabstrich vom Muttermund und Gebärmutterhals
•    mikroskopischer Untersuchung der Zellen
•    Abtasten der Gebärmutter und der Eierstöcke
•    Zusätzliche Tastuntersuchung der Brüste und der Achselhöhlen ab dem 30. Lebensjahr
•    Darmkrebsvorsorge nach Leitlinie

 

Impfungen


•    HPV-Impfung (weitere Informationen finden Sie unter www.rki.de)



Brustdiagnostik


Ablauf der Mammadiagnostik
1. Selbst abtasten
2. Erhebung der Krankengeschichte beim Facharzt
3. Abtasten der Brust durch den Facharzt
4. Mammasonographie 
5. Mammographie (Röntgendiagnostik)
6. Zytologische Diagnostik (Fein-Nadelpunktion)
7. Stanzbiopsie 



Mammasonographie


Die Ultraschalluntersuchung der Brust ist eine schmerzlose und völlig unschädliche Diagnosetechnik, die immer mehr Bedeutung im Kampf gegen den Brustkrebs findet. Mit Schallwellen jenseits des menschlichen Hörvermögens können hochauflösende Ultraschallgeräte winzige Strukturveränderungen im Brustgewebe abbilden und so Tumore frühzeitig erkannt werden. Weil die Schalldiagnostik wesentlich besser zwischen einem bösartigen und gutartigen Tumor unterscheiden kann, hilft sie, viele mit Krankenhausaufenthalt verbundene Probeentnahmen von Brustgewebe zu vermeiden. Unerläßlich ist die Mamma - Sonographie bei ausgeprägten mastopathischen Veränderungen der Brust und bei dichtem Brustdrüsengewebe, da hier die Beurteilung der Mammographie deutlich erschwert bzw. eingeschränkt ist. Die Sonographie der Brust kann risikolos auch in kürzeren Abständen wiederholt werden, was besonders bei jüngeren Frauen von Vorteil ist.
Nachdem heute jede 10. Frau an Brustkrebs erkrankt, ist diese Untersuchungsmethode eine unerläßliche Ergänzung zur klinischen und röntgenologischen Diagnostik. 


 

Mammographie

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm bietet allen Frauen ab dem Alter von 30 Jahren einmal jährlich eine Tastuntersuchung von Brust und Achselhöhlen an. Ab dem Alter von 50 wird man alle zwei Jahre zu einer Mammographie eingeladen, bis zum Alter von 69 Jahren. 

Frauen, die eine auffällige Veränderung in der Brust bemerken, können zur Abklärung jederzeit eine Mammographie erhalten, völlig unabhängig vom Alter. Die Begrenzung des Alters auf Frauen zwischen 50 und 69 Jahren gilt nur für die Krebsfrüherkennung. Sie kann auch aufgehoben werden, wenn eine Frau ein besonders hohes Brustkrebsrisiko hat, etwa aufgrund vererbter Risikogene.

Durch die Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) kann in vielen Fällen Brustkrebs frühzeitig erkannt werden und es ist möglich, gutartige von bösartigen Knoten zu unterscheiden. 
Bei sehr dichtem Brustdrüsengewebe ist zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Brust erforderlich. Bitte beachten Sie hierzu unser Informationsblatt zur Sonographie der Brust. 
Sollte bei Ihnen eine Mammographie geplant sein, bitten wir Sie folgendes zu beachten: Es ist wichtig beide Brüste und den Axillabereich gründlich mit Seife zu reinigen, um Fettablagerungen auf den Aufnahmen und einer dadurch eingeschränkten Beurteilung vorzubeugen. Nach der Reinigung bitte keine Lotion, Puder oder Deo verwenden, da dies ebenfalls zur eingeschränkten Beurteilung der Aufnahmen führen kann.
Desweiteren ist zu beachten, dass der beste Zeitpunkt eine Mammographie anzufertigen kurz nach der Periodenblutung (7 – 10 Zyklustag) ist. 



Genitaldiagnostik


Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Vorstadien von Krebs im Genitalbereich durch Abtasten der Genitalorgane, Ultraschalldiagnostik und mikroskopischer Auswertung der Abstriche vom Facharzt frühzeitig erkannt werden.

 

Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)


In der Gebärmutter können verschiedene Arten von Krebs entstehen. Unterschieden werden das Endometriumkarzinom und das Zervixkarzinom. Der Gebärmutterkrebs entsteht im oberen Teil der Gebärmutter und tritt meistens bei Patientinnen während der Menopause auf.


 

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)


Der Gebärmutterhalskrebs, auch Zervixkarzinom genannt ist eine häufige Krebserkrankung bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr. An der Entstehung sind häufig die sexuell übertragbaren Papillomaviren (HPV 16 und HPV 18) beteiligt.


 

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)


Bei Eierstockkrebs handelt es sich um ein bösartiges Karzinom (Geschwulst) des Eierstocks. Dieser aggressiv wachsende Tumor bildet sehr schnell Metastasen, die sich vor allem innerhalb der Bauchhöle ausbreiten können.


 

Fragen & Antworten zur Krebsvorsorge


Wozu brauche ich eine Krebsvorsorgeuntersuchung?
Die Krebsvorsorge hat zum Ziel, mögliche Zellveränderungen bereits im Vorstadium zu erkennen um - falls notwendig - entsprechende Therapiemaßnahmen einzuleiten.
Wie oft sollte ich zur Untersuchung gehen?
Jede Frau hat ab dem 20. Lebensjahr das Recht, einmal pro Jahr die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch zu nehmen. Empfohlener Intervall für einen Vorsorge-Abstrich ist einmal pro Jahr -ab PAP II halbjährlich.

 

Zytologie-Einsendelabor

Die Zytologie als Lehre von den Zellen befasst sich mit der mikroskopischen Diagnostik von gutartigen und bösartigen Zellerkrankungen verschiedenster Gewebe.

Vor der Einführung des gesetzlichen Früherkennungsprogramms 1971 war das Zervixkarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Mittlerweile ist es durch das Angebot regelmäßiger Untersuchungen auf Platz zwölf zurückgefallen. Deutlich zurückgegangen ist auch die Wahrscheinlichkeit, an Gebährmutterhalskrebs zu sterben: Insgesamt sterben in Deutschland jedes Jahr etwas mehr als 1.500 Frauen an diesem Tumor. Vor 30 Jahren waren es noch mehr als doppelt so viele.

Neben Zellbeurteilungen des Muttermundes kommen auch Zellabstriche aus dem Bereich der Gebärmutterhöhle (Endocervix und Corpus) sowie der Scheide und Schamlippen (Vagina und Vulva) sowie der Brustdrüsen (Mamma) zur Beurteilung in unser Labor.



Was ist ein Pap-Abstrich?


Ein Abstrich (auch Papanicolaou-Abstrich oder PAP-Abstrich genannt) ist eine gynäkologische Diagnostikmethode der Krebsvorsorge. Mit Hilfe eines Wattestäbchen und Bürst wird aus dem Gebärmutterhals (Portiooberfläche und Zervikalkanal)  ein Abstrich entnommenum um anschließend im Labor die darin vorkommenden Zellen auf bösartige Veränderungen hin zu untersuchen. Der Abstrich wird nach der Methode von Papanicolaou eingefärbt, um die Zellveränderungen im Mikroskop besser beurteilen zu können. 

Das Ergebnis dieser Untersuchung wird in fünf Hauptstufen eingeteilt:
ACHTUNG  HIER. NEUE NOMINGLATUR EINFÜGEN
•    1. PAP I = normales Zellbild
•    2. PAP II = Normales Zellbild, jedoch vermehrtes Vorkommen von Leukozyten und/oder Mikroorganismen. Unwesentliche Zellveränderungen.
•    3. PAP III / Untergruppe IIID = Zweifelhafter Befund. Möglicherweise Zellveränderungen, die weiter untersucht werden müssen. Kontrolluntersuchung notwendig.
•    4. PAP IV /Untergruppen PAP IVa und PAP IVb = Pathologische Zellveränderungen, Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs. Konisation notwendig. Dabei wird in Vollknarkose ein Gewebekegel aus dem Gebärmutterhals entnommen. Gebärmutter und Gebärfähigkeit bleiben dabei erhalten. Das gewonnenen Gewebe wird weiter untersucht. Die Konisation kann auch eine therapeutische Wirkung haben. Bei PAP IVb besteht ein Verdacht auf ein Mikrokarzinom.
•    5. PAP V = Eindeutig maligne (bösartige) Tumorzellen nachweisbar. Starker Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs. Chirurgischer Eingriff notwendig (Konisation oder Entfernung der Gebärmutter).



Mammakarzinom


Unter Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, versteht man einen bösartigen Tumor in der Brust. Die Ursache der Entstehung von Brustkrebs ist noch nicht völlig geklärt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass einige Faktoren das Risiko einer Erkrankung erhöhen können:
•    genetische Veranlagung
•    fettreiche Nahrung
•    Tabak- und Alkoholgenuss
•    langfristige Einnahme von Östrogenen
Risikopatientinnen sind z. B. Frauen mit bereits behandeltem Mammakarzinom, familiäre Belastung (Mutter oder Schwester an Mammacarzinom erkrankt, atypische duktale/lobuläre Hyperplasie (Mastopathie III. Grades), Malignom (Uterus, Ovar, Darm) in der Eigenanamnese, deutliches Übergewicht, Nullipara, späte Erstgebärende (>35 J), frühe Menarche (<12 J) und späte Menopause (>52 J).


 

Brustselbstuntersuchung


Die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust ist eine einfache Methode , eine mögliche Erkrankung des Brustgewebes selbst festzustellen. Es handelt sich um eine unkomplizierte Tastuntersuchung, bei der Sie Ihre Brüste auf Veränderungen untersuchen können. Beim geringsten Verdacht auf ein Mammakarzinom muss jedoch dringend eine eingehende fachärztliche Untersuchung durchgeführt werden.
Für die Früherkennung durch Vorsorgeuntersuchungen haben vorrangig die Selbstuntersuchung, die ärztliche Untersuchung, die Ultraschalluntersuchung der Brust (Mammasonographie) und die Röntgenuntersuchung (Mammographie) Bedeutung. Spätestens etwa ab dem 40. Lebensjahr sollte nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Senologie zusätzlich zu den Tastuntersuchungen noch die apparative Diagnostik hinzugezogen werden.